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Kata Spezial 2026 in Bad König

Vor zwei Wochen waren wir beim Kata Spezial in Bad König – einem der Höhepunkte unseres Karatejahres.

Hintergrund

Früher fand in Maintal das Kata Spezial des DKV statt. Mit Trainern wie Shihan Hideo Ochi, Shihan Karamitsos und Mitgliedern der Nationalmannschaft war dieser Lehrgang für viele Karateka ein fester Termin im Jahreskalender.

Nach der Trennung von DKV und DJKB entstanden zunächst zwei Kata-Spezial-Lehrgänge – einer im DKV und einer im DJKB. Für mich war der Lehrgang immer ein besonderes Highlight. Der Termin rund um Christi Himmelfahrt (Vatertag !) ermöglichte es mir meist problemlos, Urlaub zu nehmen und mehrere Tage intensiv zu trainieren. Leider wird das Kata Spezial des DKV seit einigen Jahren nicht mehr angeboten. Dadurch entstand eine große Lücke in meinem persönlichen Lehrgangskalender.

Seit mittlerweile drei Jahren kompensiere ich diese Lücke durch die Teilnahme am Kata Spezial des DJKB. Dabei geht es für mich nicht um Verbandszugehörigkeiten, sondern um die Möglichkeit, mein Karate weiterzuentwickeln und von hochklassigen Trainern zu lernen.

Der Lehrgang

Dieses Mal war ich nicht allein unterwegs: Ralf und Sebastian begleiteten mich nach Bad König. Unsere Anreise begann bereits um 5 Uhr morgens, damit wir rechtzeitig zur ersten Trainingseinheit in der Halle stehen konnten. Der Lehrgang erstreckte sich über vier intensive Trainingstage mit mindestens zwei Einheiten täglich.

Trainiert wurde nach Graduierungen. Die Schwarzgurte waren zusätzlich in drei Gruppen unterteilt: 1. Dan, 2.–3. Dan sowie ab 4. Dan. Dadurch konnte auf einem sehr hohen technischen Niveau gearbeitet werden.

Screenshot
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Haupttrainer des Lehrgangs war diesmal Izumiya Seizo, 8. Dan und Senior Managing Director der JKA. Seit der Corona-Zeit trainiere ich regelmäßig bei ihm in einem Online-Lehrgängen, mindestens alle zwei Monate und das seit 5 Jahren. Entsprechend gespannt war ich darauf, endlich wieder persönlich bei ihm trainieren zu können.

Ergänzt wurde das Trainerteam unter anderem durch Jean-Pierre Fischer, Thomas Schulze, Julian Chees und Toribio Osterkamp. Shihan Hideo Ochi war ebenfalls vor Ort, hielt dieses Mal jedoch keine eigene Trainingseinheit.

Adidas und Nike

Besonders beeindruckend war natürlich das Training mit Izumiya Sensei. Er legt großen Wert auf eine präzise technische Ausführung und verwendet einprägsame Bilder, um Bewegungsprinzipien verständlich zu machen.

So verglich er die Katas Bassai Sho und Jitte mit den Logos von Adidas und Nike:

  • Bei der Kata Bassai Sho soll sich der Karateka möglichst auf einer konstanten Höhe bewegen und die Techniken direkt und geradlinig ausführen – ähnlich den drei parallelen Streifen des Adidas-Logos.
  • In der Kata Jitte hingegen spielen unterschiedliche Höhenebenen eine wichtige Rolle. Von der hohen Position bei Morote Jo-Dori und Morote Jo Tsuki-Dachi wird in eine deutlich tiefere Position bei Morote Koko-Dori gewechselt. Die Bewegungsdynamik erinnerte ihn dabei an die geschwungene Form des Nike-Swoosh.

Immer wieder demonstrierte er Techniken außerdem mit einem improvisierten Bo – in diesem Fall einem entsprechend umfunktionierten Wischmopp. Viele traditionelle Kata haben ihre Wurzeln in der Selbstverteidigung mit alltäglichen Arbeitsgeräten. Umso beeindruckender war es zu sehen, wie selbstverständlich und präzise Izumiya Sensei die Anwendungen auch mit dem Bo demonstrierte.

Ein weiteres spannendes Thema war die Arbeit mit der Schulter. Trainiert wurden drei unterschiedliche Schulterpositionen, ohne dabei den Oberkörper zu rotieren. Dadurch lässt sich die Reichweite einer Technik fein variieren, während gleichzeitig eine zusätzliche Gelenkgruppe aktiv in die Bewegung eingebunden wird.

Impressionen abseits des Trainings

Für Ralf und Sebastian war insbesondere die traditionelle Trainingskultur im DJKB eine neue Erfahrung – eine Art des Trainings, mit der ich groß geworden bin.

Dazu gehört beispielsweise, Minuten darauf zu verwenden, die Aufstellung in der Halle exakt auszurichten: sechs gerade Reihen, hinter jedem Vordermann fünf Karateka präzise positioniert. Ebenso selbstverständlich ist es, bereits einige Minuten vor Trainingsbeginn auf seinem Platz zu stehen und auf den Trainer zu warten – nicht umgekehrt.

Neben den Trainingseinheiten blieb natürlich auch Zeit für Gespräche, gemeinsames Zuschauen, Essen, und die notwendige Regeneration.

Besonders in Erinnerung bleiben wird dabei vermutlich Ralfs Unterkunft. Dort schien eine funktionierende Heizung eher als optionale Zusatzleistung betrachtet worden zu sein. Der morgendliche Kaffee diente deshalb nicht nur dem Wach-werden, sondern ebenso dem Warm-werden.

Fazit

Nach vier intensiven Trainingstagen machten wir uns schließlich auf den Heimweg – mit vielen neuen Eindrücken, wertvollen Trainingsimpulsen und einem durchaus spürbaren Muskelkater.

Das Kata Spezial in Bad König hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig solche Lehrgänge für die eigene Entwicklung sind. Hochkarätige Trainer, anspruchsvolles Training und der Austausch mit Karateka aus ganz Deutschland machen diese Veranstaltung Jahr für Jahr zu etwas Besonderem.

Wir freuen uns schon auf das nächste Mal. 🥋


Fotos gibts auf unserer FlickR Seite

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