Vom 12. bis 15. Oktober 2000 wurde in der Olympiahalle München ein Meilenstein der internationalen Karate-Geschichte gesetzt: Die 15. Karate-Weltmeisterschaften der World Karate Federation versammelten 820 Karateka aus 84 Nationen in der bayerischen Landeshauptstadt. Schon im Vorfeld zeichnete sich ab, dass diese Titelkämpfe alle bisherigen Dimensionen sprengen würden. Mit über 23.000 verkauften Eintrittskarten im Vorverkauf und bis zu 8.000 Zuschauerinnen und Zuschauern pro Wettkampftag war die WM bereits im Vorfeld die größte Karateveranstaltung, die bis dahin weltweit durchgeführt worden war.
Ein Novum: Karate geht „live“ ins Internet
Eine besondere Rolle spielte dabei unser Dojoleiter Ingo Avedunk. Als Mitglied der Medienkommission war er verantwortlich für die Internetpräsenz während der Weltmeisterschaft – und damit Initiator eines Projekts, das im Jahr 2000 absolutes Neuland war: Erstmals konnten Ergebnisse einer Karate-WM weltweit nahezu live im Internet verfolgt werden.
In einer Zeit, in der Liveticker und Online-Ergebnisdienste noch keineswegs selbstverständlich waren, setzte dieses Projekt neue Maßstäbe in der Außendarstellung des Karate. Damit wurde nicht nur organisatorisch, sondern auch medial Karate-Geschichte geschrieben.
Verantwortung übernommen – im Gedenken an Andreas Schölz
Neben seiner Medienarbeit übernahm Ingo Avedunk auch die Organisation des WKF-Kongresses. Diese Aufgabe führte er in Nachfolge unseres geschätzten Lehrers Andreas Schölz weiter, der im September 1999 viel zu früh verstorben war.
Der Tod von Andreas Schölz traf unsere Abteilung schwer. Mit ihm verloren wir nicht nur einen herausragenden Karateka, sondern auch einen Lehrer, Mentor und Freund. Sein Engagement für das Karate und seine Vision einer starken internationalen Zusammenarbeit lebten jedoch in der WM 2000 weiter.
Dass der WKF-Kongress im Rahmen dieser Weltmeisterschaft erfolgreich durchgeführt werden konnte, war auch ein Zeichen des Respekts und der Kontinuität seiner Arbeit.


Karate und der Traum von Olympia
Ein zentrales Ziel der Veranstalter war die olympische Anerkennung des Karate. Nachdem das IOC die WKF bereits 1999 anerkannt hatte, galten die Wettkämpfe in der Olympiahalle als mögliches „Sprungbrett auf den Olymp“.
Mit hochkarätigen Demonstrationen, einem feierlichen Rahmenprogramm und internationaler Aufmerksamkeit wurde deutlich: Karate war bereit für die große Bühne.

Ein Kapitel unserer Vereinsgeschichte
Die Karate-Weltmeisterschaft 2000 in München bleibt für unseren Verein ein historischer Meilenstein.
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Sportlich ein Großereignis
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Organisatorisch eine Meisterleistung
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Emotional geprägt vom Andenken an Andreas Schölz
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Innovativ durch den ersten weltweiten Internetauftritt einer Karate-WM
Durch den Einsatz unseres Dojoleiters Ingo Avedunk und vieler engagierter Helferinnen und Helfer wurde es möglich, Karate-Geschichte mitzuschreiben – ein Kapitel, auf das wir mit Stolz zurückblicken.
